Bühne Offener Brief Christian Schmidt

Sehr geehrter Herr Bundesminister Schmidt,

 
am 17. Februar 2014 wurden Sie als Nachfolger von Herrn Friedrich Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Damit haben Sie große Verantwortung für die gesamte Bundesrepublik übernommen. Neben der offensichtlichen Verantwortung für über 80 Millionen Menschen in diesem Land haben Sie aber auch Sorge für fast doppelt so viele sog. „Nutztiere“ in der gesamten Bundesrepublik zu tragen.

 
Am gestrigen Montag wurde in der ARD die Dokumentation „Gequält, totgeschlagen und weggeworfen“ ausgestrahlt, ein Bericht, der sich mit den Zuständen in deutschen Schweinezuchtanlagen und der massenhaften Ferkeltötung beschäftigt.
In dieser Dokumentation werden von Tierrechtsaktivist*innen mit versteckter Kamera erstellte Aufnahmen gezeigt. Diese stichprobenartigen Aufnahmen zeigen deutlich einen massenhaften Verstoß gegen geltendes Recht, konkret gegen die §§ 1 Satz 2, 4 Absatz 1 Satz 1 TierSchG sowie gegen die Strafvorschrift aus § 17 TierSchG.

 
Als ein Reporter der ARD Ihnen diese Aufnahmen zeigen möchte sind Sie nicht gewillt, sich die Bilder anzuschauen. Stattdessen reagieren Sie mit einer kaltschnäuzigen Ignoranz, einer verstörenden Überheblichkeit und vollkommen überflüssigen Allgemeinphrasen. Stellen Sie sich so eine verantwortungsvolle und fachlich kompetente Politik vor?

 

Vielleicht hat Sie ja auch nur das Gartenfest der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands und der Geruch eines gegrillten Spanferkels gelockt. Für die Kameras mit Fleischgabel und Küchenmesser neben einem toten Tier posieren können Sie auf jeden Fall besser, als Ihr Interesse für die lebenden Tiere in unserem Land auch nur zu heucheln.

 
Wir wagen nicht einmal zu hoffen, dass sich die Gesetzeslage für sog. „Nutztiere“ unter der aktuellen Bundesregierung verbessert. Zumindest aber das Interesse an und die Umsetzung von geltendem Recht erwarten wir von Ihnen! Sie können nun wieder die Verantwortung mit Blick auf Zuständigkeiten wegschieben und jegliche Moral ignorieren, doch wenn Sie auch nur einen Funken Anstand haben, werden Sie sich Ihrer Position bewusst und beginnen damit, sich für die Lebensbedingungen von all den Tieren in der Landwirtschaft einzusetzen.

 
Mit freundlichen Grüßen
Der Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Sachsen-Anhalt

 

Den offenen Brief kannst du hier als PDF-Datei herunterladen.